Krankheiten

Heller Hautkrebs

von DoctorBox·27. Juni 2023·Begutachtet von Dr. Yael Adler (22. Mai 2023)
ICD-Code: C44.-

Heller Hautkrebs

Heller Hautkrebs, auch als weißer Hautkrebs bekannt, ist eine Krebserkrankung, die in der Regel sehr gute Heilungschancen hat. Allerdings ist es natürlich auch hier wichtig, die ersten Anzeichen zu erkennen und sie behandeln zu lassen. Jedoch muss man nicht in Panik geraten, wenn es sich um hellen Hautkrebs handelt, da dieser im Gegensatz zu schwarzem Hautkrebs nicht sehr gefährlich ist. Man unterscheidet zwischen dem Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) und dem Basaliom (Basalzellkarzinom). Während Spinaliomen die Krebszellen aus der Stachelschicht der Haut stammen, stammen sie bei Basaliomen aus der Basalzellschicht. Diese Abgrenzung ist deshalb so wichtig, da Basaliome zum einen sehr häufig auftreten  und zum anderen keine Metastasen bilden. Beim Spinaliom, welches seltener ist, können bei schwer entarteten Formen Metastasen entstehen; wenn sie lange unbehandelt sind, können auch innere Organe und die Lymphknoten befallen werden. Besonders gefährlich sind in dieser Hinsicht Spinaliome auf Schleimhäuten. Außerdem sind Spinaliome deutlich aggressiver als Basaliome. In Deutschland erkranken jährlich etwas 220.000 Menschen an hellem Hautkrebs und die Tendenz ist leider steigend.

Symptome

Auch wenn es sich gemäß seines Namens um weißen Hautkrebs handelt, lässt er sich nicht einfach an weißen Flecken auf der Haut erkennen. Das Gegenteil ist sogar der Fall, da sich vor allem Basaliome sehr unterschiedlich entwickeln können. Basaliome können in Form von Pickeln, Narben, Ekzemen, Knoten, Warzen oder auch kleinen Wunden auftreten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Betroffene bei einer Ärztin oder einem Arzt vorstellig werden, wenn es Stellen auf der Haut gibt, die über Wochen und Monate vorhanden sind und die sich vielleicht auch verändern.
Davon unabhängig sollte grundsätzlich einmal jährlich eine Hautkrebsvorsorge bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen in Anspruch genommen werden.

Dabei kann es bei Basaliomen vorkommen, dass es sich um Veränderungen in rötlicher oder bräunlicher Farbe handelt, die stark verhornt sind. Zudem ist es möglich, dass sich ein Pickel bildet und mit der Zeit eine Vertiefung darin entsteht. Des weiteren kommen häufig auch Knötchen vor, die einen glänzenden Randsaum aufweisen und/oder erweiterte Gefäße.

Bei Spinaliomen hingegen sind die Knoten meist tastbar und die betroffene Hautstelle ist verkrustet oder schorfig. Kratzt die betroffene Person daran oder platzt die Hautstelle auf, kommt es zu Blutungen. Insbesondere Spinaliome wachsen in die Gewebeschichten hinein und können diese zerstören. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass zügig eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht wird, da Spinaliome mit zunehmender Größe und Entartungsgrad Metastasen bilden können.

Das Risiko des Hineinwachsens in- und Zerstörens von Gewebeschichten besteht auch bei Basaliomen, weswegen es sich bei ihnen ebenfalls um einen Krebs handelt. Allerdings bilden sie im Unterschied zu Spinaliomen im Allgemeinen keine Metastasen.

Um Hautkrebs rechtzeitig, egal in welcher Form, zu erkennen, übernehmen die Krankenkassen ab dem 35. Lebensjahr, manche Kassen schon früher, alle zwei Jahre die Kosten für ein Hautkrebsscreening. Je früher heller oder schwarzer Hautkrebs erkannt wird, desto leichter kann er entfernt und geheilt werden.

Verlauf

Der Verlauf von hellem Hautkrebs kann sehr vielseitig sein. Meist erscheint ein kleiner Pickel oder ein Knötchen, welches sich hartnäckig hält und nicht wie gewohnt nach ein bis zwei Wochen wieder verschwindet. Es ist schwer zu erkennen, dass es sich um Hautkrebs handelt, da es häufig keine auffällige farbliche Veränderung gibt.

Basaliom

Ein Basalzellkarzinom kommt häufig bei Menschen ab 40 Jahren vor. Dabei entsteht es dort, wo die Haut regelmäßig der Sonne ausgesetzt ist, also im Gesicht, am Hals, an den Händen oder Armen oder am Rumpf. In der Regel wächst das Basaliom langsam und auch nur dort, wo es entstanden ist. Es kann durch eine Operation oder – bei manchen Formen – auch durch eine photodynamische Therapie in der Regel vollständig entfernt werden, wenn es rechtzeitig erkannt wird. Je länger die Patientin oder der Patient wartet, desto tiefer kann der helle Hautkrebs dieses Typs ins Gewebe eindringen. Aus diesem Grund ist es wichtig, das Hautkrebsscreening (Hautkrebsvorsorge) wahrzunehmen, um den weißen Hautkrebs erkennen und behandeln zu können. Die Heilungschancen sind beim Basalzellkarzinom sehr gut.

Spinaliom

Spinaliome treten vor allem bei Menschen um die 70 Jahre auf. Auch hier ist es häufig dort anzutreffen, wo die Haut der Sonne ausgesetzt ist. Meist entwickelt es sich aus einer Vorstufe der sogenannten aktinischen Keratose. Diese Vorstufe ist zwar nicht bösartig, sollte aber behandelt werden, um das Krebsrisiko zu senken. Dabei wächst der helle Hautkrebs dieses Typs ähnlich wie ein Basaliom an der Stelle, an der er entstanden ist und zerstört benachbartes Gewebe. Insbesondere dann, wenn es an einer alten Narbe, auf den Ohren oder Lippen sowie auf einem Geschwür wächst, ist das Spinaliom nicht ganz ungefährlich. Wird es nicht behandelt, können sich Metastasen im Körper bilden. Rechtzeitig erkannt, kann es meist sehr gut behandelt werden.

Ursachen und Risikofaktoren

Wie bereits erwähnt, ist die UV-Strahlung ein sehr hoher Risikofaktor. Hautstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, erkranken häufig an hellem Hautkrebs. In der Regel sind das Gesicht und Ohren. Doch auch an Armen und Beinen kann heller Hautkrebs vorkommen. Je nach Kleidungsstil ist es auch möglich, dass Schultern, Brust und Rücken davon betroffen sind.

Die Gene spielen ebenfalls eine Rolle. Vor allem blonde und rothaarige Menschen sind anfälliger, da sie einen sehr hellen Hauttyp haben und somit auch leicht einen Sonnenbrand bekommen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, sich immer gut einzucremen, damit ein Sonnenbrand erst gar nicht auftreten kann.

Weiterer Risikofaktor ist eine HPV-Infektion. Das Humane Papilloma Virus wird vorwiegend sexuell übertragen und kommt häufig vor. Eine Impfung gegen bestimmte HPV Stämme ist möglich.

Auch eine Immunsupression sowie der in Wassertabletten vorkommende Wirkstoff Hydrochlorothiazid treten als Risikofaktoren auf. Letzterer erhöht dabei das Risiko für beide Typen des hellen Hautkrebs.

Therapie

Je nachdem, wie weit fortgeschritten der helle Hautkrebs ist, gibt es verschiedene Therapieformen. Auch kommt es auf die Art des weißen Hautkrebses an.

Spinaliom

Der allgemeine Standard beim Spinaliom ist eine Operation, bei der der Tumor großflächig heraus geschnitten wird. Somit kann gewährleistet werden, dass alle bösartigen Zellen entfernt sind. Sollte sich der helle Hautkrebs unter der Hautoberfläche verbreitet haben, muss möglicherweise noch einmal nachgeschnitten werden, wenn der Tumor untersucht wurde.

Wächst das Spinaliom sehr aggressiv oder ist es sehr groß, wird zudem ein Tumorstaging durchgeführt. Dies bedeutet, dass das Ärzteteam einen Ultraschall der benachbarten Lymphknoten macht und auch die Lunge röntgt. Zudem werden die Bauchorgane durch eine Ultraschalluntersuchung angeschaut, um Metastasen auszuschließen. Wenn es nötig ist, kann es auch zu einer Kernspin- oder Computertomografie-Untersuchung kommen. Werden Metastasen entdeckt, kommt möglicherweise eine Chemotherapie oder eine andere Therapie infrage, die das Immunsystem beeinflusst.

Basaliom

Bei Basaliomen, die im frühen Stadium erkannt werden, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Zum einen kann der helle Hautkrebs mit einer photodynamischen Therapie (PDT) behandelt werden. Bei der PDT handelt es sich um eine Lichttherapie mit Infrarotlicht. Dabei wird ein biologischer Lichtsensibilisator auf die Haut aufgetragen, der von den bösartigen Zellen aufgenommen wird und diese in Verbindung mit rotem LED-Licht und dem Luftsauerstoff abstößt (Zelltod).

Weiterhin ist es möglich, das Basaliom zu vereisen, zu lasern sowie zu bestrahlen. Die sicherste Therapiemethode bleibt jedoch die Operation, zumal die anderen Möglichkeiten sich nur in sehr frühem Stadium bieten. Bei inoperablen, nicht bestrahlbaren, lokal sehr fortgeschrittenen Basaliomen oder der sehr seltenen metastasierten Situation werden manchmal Tabletten mit Vismodegib oder Sonidegib verabreicht. Dieser Wirkstoff ist eine Art Immuntherapie und kann den Tumor zerstören.

Hellem Hautkrebs vorbeugen

Natürlich sollte das Hautkrebsscreening immer wahrgenommen werden. Weiterhin ist es wichtig, sich gut vor zu viel UV-Strahlung zu schützen. Dazu zählt beispielsweise, die Sonne in der Mittagszeit zu meiden. Sonnenhut und schützende Kleidung sind ebenfalls ein Faktor, um UV-Strahlen abzuwehren. Die Augen sollten dabei nicht vergessen werden. Eine Sonnenbrille mit UV-Schutzgläsern ist der beste Schutz für die Augen. Gleichzeitig ist das Eincremen mit einer Sonnencreme, die UV-A und UV-B-Strahlen abhält und einen hohen Lichtschutzfaktor aufweist, ein Muss, um keinen Sonnenbrand zu erleiden.

Auch im Schatten kann man braun werden. Allerdings vermindert sich im Schatten die UV-Strahlung um 50 bis 95 Prozent. Somit ist man nicht nur besser geschützt, sondern kann dennoch eine Bräune erlangen. Doch Vorsicht, nicht jeder Sonnenschirm hat auch einen UV-Schutz. Bäume mit dichtem Blattwerk halten die UV-Strahlen oft besser fern als Sonnenschirme. Daher ist beim Kauf eines Sonnenschirms immer auf einen entsprechenden UV-Schutz zu achten.

Kinder können im Sommer Kleidung mit speziellem UV-Schutz tragen, um das Risiko, später an Hautkrebs zu erkrankten, zu reduzieren. Auch sollten sie die Sonne von 11 bis 15 Uhr meiden, da hier die UV-Strahlen am stärksten sind und das Sonnenbrandrisiko entsprechend steigt.

 

 

* Für MIRA – mit der Nutzung wird keine medizinische Prüfung im Hinblick auf die Diagnose, Erkennung, Verhütung, Überwachung, Vorhersage, Prognose, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Krankheiten, Verletzungen oder Behinderungen vorgenommen oder eine Untersuchung, der Ersatz oder die Veränderung eines physiologischen oder pathologischen Vorgangs oder Zustandes bezweckt. Die Analyse und Zusammenfassung dienen lediglich informatorischen Zwecken.

DoctorBox GmbH © 2026v3.6.80